Der Fingerabdruck in der Kriminalistik

Jeder kennt den Begriff „Fingerabdruck“ und man weiß, dass Straftäter oftmals anhand ihrer hinterlassenen Fingerabdrücke erkannt und überführt werden. Doch kaum einer weiß, wie man Fingerabdrücke erkennungstechnisch behandelt, aus was Fingerabdrücke bestehen und wie sie zustande kommen und wie Computer zur Identifizierung von Fingerabdrücken funktionieren.

Der Fingerabdruck ist ein Abdruck der Papillarleisten an der Fingerkuppe oder der Fingerbeere eines Menschen. Diese Papillarleisten hat der Mensch übrigens nicht nur an den Fingern, sondern auch an Händen und Füßen und auch manche Säugetiere können Fingerabdrücke hinterlassen, Affen beispielsweise und ganz besonders Koalabären, deren Papillarleisten den menschlichen sehr ähneln.
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Im Allgemeinen machen die Fingerabdrücke und Menschen einzigartig, denn bisher konnte man bei keinen zwei Menschen identische Fingerabdrücke feststellen. Auch wenn uns eineiige Zwillinge identisch erscheinen, selbst Zwillinge haben unterschiedliche Fingerabdrücke und unterscheiden sich somit doch voneinander, wenn auch nur minimal.

Fingerabdrücke sind ein altbewährtes Mittel der Kriminalistik

Früher musste man Fingerabdrücke noch manuell miteinander vergleichen, was eine sehr mühsame und nervenaufreibende Arbeit für die Ermittler war. Heutzutage existieren moderne EDV-Systeme, die mittels spezieller Computerprogramme Fingerabdrücke analysieren und mit bereits gespeicherten Fingerabdrücken aus der Datenbank abgleichen.

Dieses biometrische Verfahren zum Identitätsnachweis anhand der Papillarleisten bezeichnet man in der Kriminalistik als Daktyloskopie oder auch Fingerabdruckverfahren. Durch Fingerabdrücke konnten unzählige Verbrechen aufgeklärt werden und trotz der DNA-Analyse sind sie immer noch ein profanes Mittel um Täter zu überführen und Straftaten aufzudecken.

Wer erfand den Fingerabdruck?

Der britische Kolonialbeamte Sir William James Herschel kam bereits im Jahre 1858 auf die Idee, den Identitätsschwindel in Indien durch das Fingerabdruckverfahren zu unterbinden und somit Personen und Zahlungsempfänger anhand ihrer Fingerabdrücke zu unterscheiden. Zur gleichen Zeit stellte Herschels Landsmann Henry Faulds bei seinen Untersuchungen der menschlichen Papillarleisten fest, dass man diese neu gewonnenen Erkenntnisse hervorragend in der Kriminalistik einsetzen könne, sein Vorschlag wurde vom britischen Empire jedoch nicht angenommen.

Als Erfinder der Daktyloskopie gelten jedoch der Engländer Francis Galton, welcher der Daktyloskopie den Weg zu den Polizeibehörden ebnete, sowie der nach Argentinien emigrierte Kroate und Kriminologe Ivan Vucetic. Als im argentinischen La Plata im Jahre 1892 weltweit und erstmals ein Doppelmord mit Hilfe von Fingerabdrücken aufgeklärt werden konnte, wurde die Daktyloskopie als Identifizierungssystem in Argentinien als erstem Land der Erde eingeführt.

Wie entstehen Fingerabdrücke?

Da die menschliche Haut nicht trocken ist, bleiben durch die körpereigenen Substanzen und Schweißabsonderungen fast überall Fingerabdrücke der Papillarleisten haften, wenn wir etwas anfassen oder mit unseren Fingern berühren. Um Fingerabrücke sichtbar zu machen, trägt man mit einem feinen Pinsel etwas Gaphitpulver auf die Stelle auf, wo man einen Fingerabdruck vermutet. Gesichert wird der Fingerabdruck anschließend auf einem Stück Lackstreifen.

Als die Mona Lisa im Jahre 1911 aus dem Louvre gestohlen wurde, fanden die Ermittler lediglich den leeren Glaskasten und einen Fingerabruck vor, nicht jedoch das Bild. Das tauchte erst zwei Jahre später auf, als der Dieb versuchte das berühmteste Gemälde der Welt zu verkaufen. Ab diesem Zeitpunkt führte Frankreich den Fingerabdruck-Vergleich und die Daktyloskopie als Standard in der Kriminalistik ein.

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