Tacho zurückdrehen: Kilometermanipulation erkennen

Plant man einen Autokauf, so muss man sich entscheiden: Solls ein teurer Neuwagen, oder darf es auch ein guter Gebrauchter mit möglichst niedriger Laufleistung sein? Ein guter Gebrauchtwagen hat einen deutlich niedrigeren Anschaffungspreis, allerdings ist der Gebrauchtwagenkauf auch mit einigen Risiken verbunden.

Vom Baujahr her mag das Auto zwar relativ neuwertig sein, stimmt aber auch der angegebene Kilometerstand auf dem Tacho mit der tatsächlichen Laufleistung des Autos überein? Zweifel sind durchaus angebracht, denn Tacho zurückdrehen bei Gebrauchtwagen ist zwar eine illegale aber dennoch sehr gängige Praxis dubioser Geschäftemacher.

Kein Wunder, denn obwohl Tacho zurückdrehen eindeutig Betrug ist und mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bestraft wird, schreckt diese Tatsache eine Vielzahl dubioser Autohändler und Geschäftemacher nicht ab. Zu lukrativ sind die Aussicht auf schnelles Geld und eine hohe Gewinnspanne beim Gebrauchtwagenverkauf!

Tacho zurückdrehen beim Gebrauchtwagen – ein lohnendes Geschäft

Dubiose Zwischenhändler halten besonders nach Fahrzeugen jüngeren Baujahrs mit enorm hoher Laufleistung Ausschau, denn da lohnt sich das Tacho zurückdrehen ganz besonders. Kauft man beispielsweise ein 3 Jahre altes Fahrzeug mit 300.000 Kilometern Laufleistung und setzt den Kilometerstand auf eine augenscheinlich realistische Laufleistung von 120.000 herunter, dann hat sich das Tacho zurückdrehen für den Zwischenhändler schon gelohnt.

Die Tacho Manipulation erfolgt durch ein spezielles Manipulations-Gerät und kostet je nach Modell zwischen 50-500 Euro. Einen digitalen Tacho zurückdrehen ist technisch gesehen kein besonders schwieriger Akt. Das Manipulationsgerät wird einfach an den Diagnose-Stecker des Fahrzeugs angeschlossen und schon hat man innerhalb weniger Minuten den gewünschten Kilometerstand auf der Tachoanzeige.

Kauft man nichts ahnend einen Gebrauchtwagen mit manipuliertem Kilometerstand, dann wird aus dem vermeintlichen Schnäppchen schnell ein teures Vergnügen – beispielsweise dann, wenn ein Zahnriemenwechsel nach dem tatsächlichen Kilometerstand längst fällig wäre und nach der angegebenen Laufleistung erst in 30.000 Kilometern erfolgen sollte.

Hinzu kommen höhere Werkstattkosten, die nun mal bei einem Auto mit vielen Kilometern und erhöhter Laufleistung anfallen, aus dem vermeintlichen Schnäppchen wird schnell ein Ärgernis. Schlussendlich hat man für den Gebrauchten viel mehr bezahlt, als das Fahrzeug eigentlich wert gewesen ist, der Verkäufer reibt sich die Hände!

Mit diesen Tipps erkennen Sie einen manipulierten Tacho

Man sagt zwar, dass das Gesamtbild und die Abnutzungserscheinungen eines Fahrzeugs zum angegebenen Kilometerstand passen sollten, das ist jedoch absoluter Quatsch und höchstens bedingt richtig! Wie will man denn erkennen, ob eine Pedale 100.000, 150.000 oder 200.000 Kilometer lang getreten wurde?

Außerdem werden die Gebrauchtwagen von den Händlern heutzutage so hübsch aufbereitet, dass sie beim Verkauf im wahrsten Sinne des Wortes „glänzenden Eindruck“ hinterlassen, davon sollte man sich als Käufer allerdings nicht blenden lassen!

Jedes Auto hat eine Historie und diese sollte man durch Belege lückenlos nachvollziehen können. Als Belege dienen nicht nur das Scheckheft, sondern auch sämtliche Werkstattrechnungen und TÜV-Berichte, auf denen der jeweilige originale Kilometerstand vermerkt wurde.

Um sicher zu gehen, sollte man auch bei dem/den Vorbesitzer/n des Gebrauchtwagens anrufen und sich nach dem ungefähren Kilometerstand beim damaligen Verkauf des Fahrzeugs erkundigen, die Namen sind in der Zulassungsbescheinigung vermerkt.

Generelle Skepsis sollte man haben, wenn es sich bei dem Gebrauchtwagen um ein ehemaliges Firmenfahrzeug mit angeblich niedriger Laufleistung handelt. Kam das Auto nämlich vornehmlich auf Langstrecken im Außendienst zum Einsatz, können schnell mal 200.000 -300.000 Kilometer auf dem Tacho drauf sein und das innerhalb von 2-3 Jahren!

Aus diesem Grund sollte man beim Gebrauchtwagenkauf immer einen Vorab-Check bei einer Sachverständigenorganisation wie der DEKRA oder dem ADAC durchführen lassen und dabei den Gesamtzustand des Fahrzeugs untersuchen lassen und etwaige Mängel aufdecken. Oftmals ist der originale Kilometerstand noch in diversen Steuergeräten gespeichert und kann eventuell noch ausgelesen werden.

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