Kompostwürmer züchten und einsetzen

Die Mülltrennung ist eine saubere Sache. Durch das Recycling von Rohstoffen wird zum einen die Umwelt entlastet, zum anderen auch der eigene Geldbeutel. Wer weniger Müll produziert, spart an den Müllgebühren, eine ganz einfache Rechnung. Rund ein Drittel des anfallenden Hausmülls besteht aus organischen Abfällen wie zum Beispiel Eierschalen, Kaffeesatz, Kaffeefiltern, Teebeuteln, Papiertaschentücher, Küchenrollenpapier, Zeitung, Gemüse- oder Obstabfällen. Nun, wer diese ganzen Abfälle nicht über den Hausmüll entsorgt, sondern in einem Komposter im eigenen Garten verrotten lässt, spart gleich in doppelter Hinsicht Geld.

Aus dem Kompost wird durch die Verrottung schließlich wertvoller Humus, was ein ausgezeichneter Dünger für die Gemüsebeete und den Gartenboden ist. Die Kompostierung in einem herkömmlichen Komposter ist eine langwierige Angelegenheit und kann schon mal 2-3 Jahre dauern. Bedeutend schneller geht es mit einem Thermokomposter und einer kleinen Armee von Kompostwürmern. Kompostwürmer sind die idealen Helfer zur Kompostierung, denn sie verwandeln organische Abfälle in kostbaren Wurmhumus.

Kompostwürmer – was ist das?

Die Kompostwürmer (Eisenia fetida) sind nichts anderes als eine Art von Regenwürmern, um genau zu sein, eine der meistverbreitetsten Arten von Regenwürmern in Europa. Der Kompostwurm ist unheimlich flinker Zeitgenosse, der bei der geringsten Störung sofort die Flucht in sein Erdreich antritt. Ein Kompostwurm wird in der Regel bis zu 9 cm lang und hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 2 Jahren.Doch was macht den Kompostwurm für uns Menschen so besonders? Nun, Kompostwürmer sind unermüdliche Arbeiter und für jeden Gartenfreund ein wahrer Segen! Sie lockern das Erdreich auf, sorgen dafür, dass Wasser besser versickern kann und sich keine Staunässe bildet und sie tragen unverbrauchte Erde und Mineralien nach oben, damit unsere Pflanzen so neue Nährstoffe bekommen und besser wachsen und gedeihen. Der fleißige Kompostwurm hat jedoch auch eine ganz besondere Eigenschaft, die ihn als unermüdlichen kleinen Helfer im Garten fast unersetzlich macht – er produziert den kostbaren Wurmhumus, was mit der beste biologische Dünger überhaupt für Beete und Pflanzen ist.

Kompostwürmer als ideale Kompostbeschleuniger

Im Gegensatz zu vielen anderen Erdreichbewohnern frisst der Kompostwurm die Erde, anstatt sie beiseitezuschieben. Alles, was er an organischem Material vorne zu sich nimmt, kommt hinten als kostbarer Wurmhumus wieder aus ihm heraus. Ein einzelner Kompostwurm produziert rund 200 Gramm Wurmhumus im Jahr! Diese Eigenschaft macht den Regenwurm zu einem idealen biologischen Kompostbeschleuniger. Chemischer Kompostbeschleuniger zersetzt den Kompost zwar auch zu Humus, dieser taugt jedoch allenfalls zum Auffüllen des Erdreichs und hat bei Weitem nicht die hervorragenden Düngeeigenschaften von Wurmhumus.

So wertvoll ist Wurmhumus

Natürlich ist jeder Gartenfreund froh, wenn er Regenwürmer im Boden hat. Da sich Regenwürmer von organischen Abfällen ernähren und diese zur Verrottung sogar in die Erde ziehen, herrschen in einem Komposter geradezu paradiesische Verhältnisse für sie. Tut man Kompostwürmer in seinen Komposter, so hat man nicht nur ungemein fleißige Arbeiter, welche die Verrottung ungemein beschleunigen, sondern mit dem Wurmhumus mitunter den besten Dünger, den es für Erdreich und Pflanzen gibt. Wurmhumus hat beispielsweise fünf Mal so viel Nitrate, doppelt so viel Phosphor und bis zu elf Mal mehr Kalium als die von Pflanzen genutzte Erdoberschicht, zudem ist der Aktinomycetengehalt um das siebenfache höher. Düngen bedeutet, die Gartenerde zu beleben. Pflanzen, die mit Wurmhumus gedüngt werden, wachsen üppiger und sind gesünder. Es lohnt sich also in Vielerlei Hinsicht sich Kompostwürmer zu kaufen und im heimischen Komposter einzusetzen. Wenn Sie ausreichend Nahrung und frisches Pflanzenmaterial vorfinden, vermehren Sie sich auch schneller, denn sie passen ihre Wachstumsrate ihren Lebensumständen an.