Kaminofen befeuern: Richtig heizen mit Brennholz

Viele Menschen haben einen schönen Kaminofen im Wohnzimmer stehen, wissen aber nicht wie sie ihren Kaminofen befeuern sollen und tun sich bei der Handhabung schwer. Ein Kaminofen ist eine wunderbare Sache. Die Kaminwärme des Holzofens ist sehr behaglich und bringt durch das schöne Flammenbild und das Knistern von Holz eine sehr schöne Abendromantik in das Wohnzimmer hinein. Viele Menschen heizen nicht aus Gründen der Romantik mit dem Holz, sondern weil sie an den Heizkosten sparen wollen.

Im Vergleich zum Heizöl ist Buchenholz als Brennstoff deutlich günstiger und sogar noch günstiger, wenn man es sich direkt aus dem Wald holen kann – vorausgesetzt man hat vom Förster auch einen Sammelschein für das Brennholz erworben. Ein Kaminofen befeuern ist eigentlich sehr einfach, doch viele Kaminofenbetreiber tun sich immer noch schwer damit. Es gibt zwar nur einige wenige, dennoch wichtige Dinge die man beim Kaminofen befeuern beachten sollte.

Kaminofen befeuern mit Brennholz

Viele Kaminofenbetreiber zünden das Brennholz an, indem sie Papier und kleinere Holzscheite in den Ofen tun, und schichten später größere Holzscheite über die entstandene Glut. So hat man es gelernt, so tut man den Kaminofen befeuern – aber das ist schlichtweg falsch! Zum einen gehört Papier nicht in den Kamin (was sogar verboten ist), zum anderen kommt es so zu einer starken Rußentwicklung und zu unangenehm rauchenden Schornsteinen. Eine andere Methode ist viel effektiver und rauchfreier, denn wir machen es genau umgekehrt.

Zunächst werden dickere Holzscheite in zwei Lagen übereinander gestapelt. Darauf wird eine Schicht dünneres Anmachholz gelegt und dazwischen zwei Kaminanzünder positioniert. Über diese Lage kommt nun noch eine Schicht dünnes Brennholz als Anzündholz. Wichtig ist darauf zu achten, dass zwischen den Holzscheiten genügend Platz für die Luftzirkulation bleibt. Nun wird der Kaminanzünder entfacht und das Feuer brennt von oben nach unten ab anstatt umgekehrt. Dadurch befindet sich mehr Sauerstoff im Kaminofen, es findet eine saubere Verbrennung von Brennholz statt und dadurch bildet sich auch deutlich weniger Rauch, was gesünder für uns Menschen und unsere Umwelt ist.

Wenn man einen Kaminofen befeuern will, dann gehören weder Zeitungen noch Papier, auch kein behandeltes oder lackiertes Holz, Holzabfälle oder Teile von Pressspanplatten, also nichts außer naturbelassenem Holz. Ob man auch Pellets oder Briketts verwenden kann, hängt von der Bauart des Kaminofens ab und sollte der Bedienungsanleitung entnommen werden. Als Kaminanzünder eignen sich unschädliche Bio-Anzünder ganz hervorragend. Bio-Anzünder bestehen zumeist aus in Wachs getränkter Holzwolle oder aus Holzspänen. Da sie keine schädlichen Inhaltsstoffe haben, eignen sich Bio-Anzünder zudem auch noch sehr gut als Grillanzünder.

Welches Holz als Brennholz?

Trockenes Holz ist der älteste Brennstoff der Welt und wird schon seit Urzeiten genutzt, doch Holz ist nicht gleich Holz auch hier gibt es Unterschiede bei der Verbrennung. Eichenholz eignet sich am besten als Kaminholz für den Kaminofen, da es den höchsten Heizwert und somit die längste Brenndauer hat. Bei Eichenholz entsteht zwar viel Glut, jedoch kein so schönes Flammenbild. Außerdem besteht die Gefahr, dass bei unsachgemäßer Verbrennung von Eichenholz ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr die Abgasrohre versotten.

Sehr gutes Brennholz zum Kaminofen befeuern ist natürlich das Buchenholz. Buche schlägt nur sehr wenige Funken und hat neben einem sehr schönen Flammenbild auch einen sehr guten Heizwert, zudem auch noch einen angenehmen Geruch. Von daher ist Buchenholz natürlich auch sehr gefragt und liegt im Brennholzhandel im obersten Preissegment. Das Holz der Esche hat ähnliche Eigenschaften wie Buchenholz und ist ebenfalls dementsprechend hochpreisig.

Deutlich günstiger ist Brennholz aus der Fichte, Tanne, Kiefer oder Lärche. Billiges Brennholz hat natürlich auch seine Nachteile, da es sich um Holz mit einem niedrigen Heizwert handelt oder durch den hohen Harzgehalt starke Funken im Kamin schlägt. Birkenholz dagegen ist das klassische Kaminholz für offene Kamine. Es hat zwar nur einen mittleren Heizwert, dafür jedoch das schönste Flammenbild und es riecht durch seine ätherischen Öle unglaublich angenehm.

Der Verkauf von Brennholz – wo ist Brennholz billig zu bekommen?

Der Brennholzhandel bietet das Brennholz in verschiedenen Arten und Formen an. Brennholz wird im Schüttraummeter verkauft, entweder schon kaminfertig gespalten oder als Meterware. Meterware ist natürlich deutlich günstiger, hierbei muss das Holz jedoch noch mit der Motorsäge in kamingerechte Scheite gesägt werden. Wer billiges Brennholz zum Kaminofen befeuern kaufen möchte, sollte unbedingt die Preise der regionalen Brennholzhändler miteinander vergleichen und sich auch nach den Lieferkosten erkundigen.

Auch ein Anruf beim zuständigen Forstamt kann eine Menge Geld beim Kauf von Brennholz für den Kaminofen sparen. Beim Förster kann man gegen eine Gebühr einen Sammelschein erwerben und bekommt dann Stellen im Wald genannt, wo bereits geschlagenes Brennholz lagert. Dieses muss man sich dann in Wald mit der Kettensäge selbst zurechtsägen und abtransportieren. Abgerechnet wird auch hier nach Schüttraummetern, Holz vom Förster und direkt aus dem Wald ist jedoch deutlich günstiger als das Brennholz vom Händler, aber es ist auch mit Arbeit verbunden.

Nur trockenes und gut abgelagertes Holz verwenden

Leider heizen viele Menschen nicht immer richtig mit Holz, das kostet nicht nur unnötig Geld sondern führt auch zu vermeidbaren Umweltbelastungen. Holz hat einen hohen Anteil brennbarer Gase und besonders in frischem Zustand einen sehr hohen Wassergehalt. Holz muss also richtig abgelagert sein bevor man es im Kaminofen als Brennholz verbrennen kann. Die maximale Restfeuchte von Brennholz sollte nicht mehr als 20 Prozent aufweisen, ideal sind 10 Prozent.

Feuchtes Holz hat einen deutlich niedrigeren Heizwert als trockenes Holz, das liegt vor allem daran dass mehr Energie zur (unnötigen) Wasserverdampfung verwendet werden muss. Feuchtes Holz brennt also nicht nur schlechter ab, erzeugt auch mehr Rauch und somit auch schädliches Kohlenmonoxid. Feuchtes Brennholz mit einem Wasseranteil von 50 % hat einen doppelt so schlechten Heizwert wie gut abgelagertes Holz mit 10% Restfeuchte. Die Restfeuchte von Brennholz kann man mit prima mit einem einem Brennholz – Feuchtemesserät ermitteln.

Kaminofen befeuern – was beachten?

Damit Holz verbrennen kann, braucht es Sauerstoff. Je mehr Sauerstoff in den Kaminofen gelangt, desto besser brennt das Holz ab, jedoch auch schneller. Dieses lässt sich jedoch über den Schieberegler am Kaminofen regeln. Während der Anzündphase sollte der Schieberegler zunächst ganz aufgemacht werden damit möglichst viel Luft in den Kaminofen gelangt. Wenn sich eine Glut gebildet hat, kann Holz nachgelegt werden und der Schieberegler zurückgestellt werden, jedoch so dass noch Luft in den Kaminofen gelangen kann. Ist der Regler ganz zu, geht der Kaminofen aus. Auch ist es wichtig, dass die Asche regelmäßig aus dem Auffangbehälter entfernt wird. Macht man das nicht regelmäßig, hemmt man die Frischluftzufuhr und schädigt den Rost, der so zu heiß werden und sich so verformen kann.

Die Gefahren von Kohlenmonixid

Jedes Jahr sterben immer noch Menschen an den Folgen einer Kohlenmonoxidvergiftung durch einen Defekt am Kaminofen. Abhilfe schaffen kann man mit der Installation von Rauchmeldern oder einem Kohlenmonoxid-Warngerät. Ein Kohlenmonoxid-Melder ist für den stationären Einsatz in Wohnräumen ausgelegt und detektiert das giftige Gas. Er warnt bereits bei einer geringen Konzentration und löst einen optischen als auch akustischen Alarm aus.

Kleiner Tipp um verrußte Scheiben am Kaminofen wieder blitzblank sauber zu kriegen

Viele Kaminofenbetreiber ärgern sich über Rußflecken an der Kaminscheibe die beim Kaminofen befeuern entstehen und fragen sich wie sie die Rußflecken oder Verbrennungsrückstände an der Schreibe wieder entfernen können? Manche benutzen dazu Backofenspray, doch das ist vollkommen unnötig, denn es geht auch einfacher. Am einfachsten macht man verrußte Scheiben mit nassem Zeitungspapier sauber.

Dazu wird das tropfnasse Zeitungspapier zunächst in feine Asche getunkt und anschließend werden damit die Scheiben sauber gemacht. Die schlierigen und feuchten Rückstände können dann wunderbar und vor allem streifenfrei mit trockenem Zeitungspapier blitzblank geputzt werden. Im Handel gibt es auch speziellen Kaminglas-Reiniger. Mit diesem bekommt man sebst starke Verrußungen an der Scheibe mühelos weg, ein paar Spritzer genügen schon! Noch einfacher geht`s natürlich mit speziellen Kaminglasreiniger.

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