Jiaogulan: So gesund ist Chinas „Unsterblichkeitspflanze“

Es war im Jahr 1976, als der chinesische Wissenschaftler Jialiu Liu von der chinesischen Regierung den Auftrag bekam, ein Team von Wissenschaftlern zusammenzustellen um die Wirkung der Jiaogulan-Pflanze genau zu erforschen. Seine Arbeit brachte ihm später den schmeichelhaften Beinamen „Vater der Jiaogulan“ bei, denn sie lieferte uns über 300 neue Erkenntnisse über die medizinischen Eigenschaften der Jiaogulan-Pflanze oder der „Pflanze der Unsterblichkeit“, wie sie aufgrund ihrer zahlreichen adaptogenen und antioxidativen Eigenschaften in China bezeichnet wird.

Liu fand beispielsweise heraus, dass die Bewohner der chinesischen Provinz Guizhou regelmäßig Jiaogulan-Tee trinken und mitunter aus diesem Grund auch ein überdurchschnittlich hohes Alter erreichen. In China ist die Wirkung von Jiaogulan (lat. Gynostemma pentaphyllum) schon lange bekannt und auch in der westlichen Welt lernt man nun den wahren Wert der sogenannten „Unsterblichkeitspflanze“, der krautigen Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse kennen und immer mehr zu schätzen.

Jiaogulan: Wirkung und Vorteile für die Gesundheit

Die Jiaogulan-Pflanze ist sehr reich an Mineralien, Vitaminen, Proteinen und Aminosäuren und hat darüber hinaus auch eine Fülle antioxidativer, antimikrobieller, spasmolytischer, sedativer und den Organismus stärkender Inhaltsstoffe. Die Pflanze enthält 3-4 Mal mehr Saponine (Gypenoside oder Gynosaponine) als Ginseng und ist darüber hinaus auch noch sehr reichhaltig an Glutathion und Superoxid-Dismutase, zwei wichtigen Antioxidantien, die die Körperzellen schützen, Erkrankungen vorbeugen und natürliche Heilungsprozesse fördern. Antioxidantien sind ein wichtiger Faktor bei der Behandlung von Krebs, Lebererkrankungen, Diabetes, Arteriosklerose, Arthritis und zudem beugen sie dem natürlichen Alterungsprozess vor.

Jiaogulan stärkt das Herz

In einer Studie mit tausend Probanden wurde belegt, dass Jiaogulan sehr wirksam bei der Verringerung von schlechtem LDL-Cholesterin und der Triglyceride ist. Auch wurde festgestellt, dass Jiaogulan gleichzeitig das gute HDL-Cholesterin erhöht und somit das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall senkt. Es verbessert auch die Leistung und die Stärke des Herzens und hilft zudem auch den Blutdruck zu normalisieren. Eine weitere Studie die mit 200 Athleten durchgeführt wurde hat zudem bewiesen, dass die Jiaogulan-Pflanze außerdem mehr Ausdauer und eine bessere Kondition verleiht und die Regenerationsphase des Körpers nach dem Training oder nach Wettkämpfen bedeutend verkürzt.

Gut für den gesamten Organismus

Jiaogulan sogt für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt und senkt die Gefahr abdominaler Blutungen und erhöht somit die Chancen auf eine Schwangerschaft. Jiaogulan unterstützt die Leber und hilft dem Körper bei seiner natürlichen Entgiftung und wirkt zudem sehr effizient bei Bronchitis. Es reguliert den Stoffwechsel, verbessert die Verdauung und hilft dabei, wertvolle Nährstoffe aus der Nahrung besser aufzunehmen und Muskelmasse aufzubauen. Zusammengefasst hat Jiaogulan eine äußerst positive Wirkung auf: Blutzirkulation, Immunsystem, Nervensystem, Verdauung, Gesundheit der Leber und der Milz, Stoffwechsel, Verdauung, Hormone, Atem-und Harnwege. Jiaogulan verhindert zudem auch die Entwicklung von Krebszellen und verlangsamt das Wachstum von Tumoren. So verordnet man Krebspatienten in China vielerorts Jiaogulan, da es die Genesung nach einer Chemotherapie beschleunigt. Schlussendlich sorgt Jiaogulan am Ende des Tages auch für einen erholsameren und besseren Schlaf.

Jiaogulan-Pflanzen selber anbauen

Jiaogulan ist eine ausdauernde Kletterpflanze aus der Familie der Kürbisgewächse. Sie mag kühle und schattige Plätze und verträgt Temperaturen bis zu minus 12°. Jiaogulan kann man leicht selber anbauen und entweder im Garten pflanzen oder in Töpfen kultivieren. Zunächst lässt man die Samen 24 Stunden in Wasser quellen und pflanzt sie anschließend 2 cm tief in Töpfe und bedeckt diese mit Frischhaltefolie und sticht zur Belüftung einige Löcher hinein. Haben die Pflanzen eine Höhe von etwa 10 cm erreicht, können sie im Frühjahr ins Freie oder in Töpfe gepflanzt werden. Gedüngt wird mit Kompost oder natürlichem Dünger, die Jiaogulan-Blätter können ab Juni geerntet werden. Aus Jiaogulan lassen sich beispielsweise medizinische Tinkturen, Tee und Hautöle herstellen.

So wird Jiaogulan verwendet

Um eine Tasse Jiaogulan-Tee zuzubereiten nimmt man einen Teelöffel getrockneter Blätter (oder zwei Teelöffel frischer Blätter) und kocht diese 3 Minuten lang und gießt den Tee durch ein Sieb ab. Süßen ist nicht notwendig, der Tee wird aromatischer und süßer, umso länger man die Blätter in dem heißen Wasser ziehen lässt. Jiaogulan-Tee schmeckt heiß und kalt gleichermaßen gut und eignet sich auch hervorragend als Kaltgetränk. Ein ausgezeichnetes Hautöl erhält man, wenn man Jiaogulan-Blätter in Olivenöl einweicht und dieses für zwei Wochen abgedeckt an einem warmen Ort ziehen lässt. Danach gießt man das Öl durch ein Gazetuch mit einem Trichter in eine dunkle Flasche ab und bewahrt es an einem kühlen, dunklen Ort auf. Nun hat man ein ausgezeichnetes Hautöl, welches die Durchblutung der Haut anregt und sie wunderbar glatt, frisch und geschmeidig macht.

Das Jiaogulan-Olivenöl-Hautöl eignet sich auch sehr gut für die Herstellung einer natürlichen Hautcreme. Auch eine Jiaogulan-Tinktur zur innerlichen oder äußerlichen Anwendung kann man ganz leicht selber herstellen. Man tut einfach getrocknete Blätter mit Wodka im Verhältnis 1:4 in ein dunkles Glas oder Gefäß und bewahrt dieses für 4 Wochen an einem kühlen dunklen Ort auf und schüttelt die Flasche einmal täglich kräftig durch. Nun kann man beispielsweise eine vierwöchige Jiaogulan-Kur machen, indem man einmal am Tag zunächst einige Tropfen und später 2-3 Teelöffel der Tinktur einige Minuten unter der Zunge hält und anschließend herunterschluckt. Jiaogulan wird Schwangeren oder Frauen in der Stillzeit jedoch nicht empfohlen.

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