Eine Ehe annullieren lassen

Rund 90 Prozent aller Deutschen wünschen sich eine erfüllte Partnerschaft als wichtigstes Lebensziel und jährlich heiraten rund 380.000 Paare in Deutschland und schließen somit den Bund fürs Leben ab. Leider hält dieser Bund nicht ein Leben lang, sondern im Durchschnitt lediglich knapp über 14 Jahre.

Die Scheidungsrate ist mit fast 50 % sehr hoch, jede zweite Ehe geht also irgendwann in die Brüche. 14 Jahre sind eine große Zeitspanne, doch manche bemerken ihren „Fehler“ sehr viel früher und wollen es gar nicht erst zur Scheidung kommen lassen, sondern ihre Ehe annullieren lassen. Unter welchen Umständen man eine Ehe annullieren lassen kann und ob das überhaupt möglich ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wie kann man eine Ehe annullieren lassen?

Der Tod eines Ehepartners ist einer von drei Gründen, warum eine wirksam geschlossene Ehe enden kann. Die beiden anderen Gründe sind die Scheidung und die Aufhebung einer Ehe. Eine Ehe annullieren und für nichtig erklären zu lassen ist seit dem 1. Juli 1998 nicht mehr möglich, unter gewissen Voraussetzungen kann eine Ehe lediglich aufgehoben werden.

Umgangssprachlich spricht man zwar immer noch von einer Eheannulierung, allerdings lässt sich eine Eheaufhebung nur zukünftig und nicht mehr in der Vergangenheit durchführen, dazu sollte jedoch laut § 1314 des BGB zumindest einer der nachfolgenden fünf Aufhebungsgründe vorliegen.

(1) Eine Ehe kann aufgehoben werden, wenn sie entgegen den Vorschriften der §§ 1303, 1304, 1306, 1307, 1311 geschlossen worden ist.

(2) Eine Ehe kann ferner aufgehoben werden, wenn:

1. ein Ehegatte sich bei der Eheschließung im Zustand der Bewusstlosigkeit oder vorübergehender Störung der Geistestätigkeit befand.

2. ein Ehegatte bei der Eheschließung nicht gewusst hat, dass es sich um eine Eheschließung handelt.

3. ein Ehegatte zur Eingehung der Ehe durch arglistige Täuschung über solche Umstände bestimmt worden ist, die ihn bei Kenntnis der Sachlage und bei richtiger Würdigung des Wesens der Ehe von der Eingehung der Ehe abgehalten hätten; dies gilt nicht, wenn die Täuschung Vermögensverhältnisse betrifft oder von einem Dritten ohne Wissen des anderen Ehegatten verübt worden ist.

4. ein Ehegatte zur Eingehung der Ehe widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist.

5. beide Ehegatten sich bei der Eheschließung darüber einig waren, dass sie keine Verpflichtung gemäß § 1353 Abs. 1 begründen wollen.

Möchte man also seine Ehe aufheben lassen, so muss vom betroffenen Ehegatten ein entsprechender Antrag auf Eheaufhebung gestellt werden. Die Aufhebung einer Ehe erfolgt durch eine Gestaltungsklage durch Urteil des zuständigen Familiengerichts. Auch muss man die Antragsfristen zur Aufhebung einer Ehe beachten.

Werden Irrtümer, Täuschung oder Drohung als Gründe der Eheaufhebung aufgeführt, besteht eine Antragsfrist von einem Jahr ab Entdeckung des angegebenen Grundes bzw. ab Beendigung der Zwangslage, die durch die widerrechtliche Drohung entstanden ist. Ist man sich darüber im Unklaren, ob eine Ehe aufgehoben werden kann, wendet man sich am besten an einen Fachanwalt für Familienrecht. Sind die Gründe für eine Eheaufhebung nicht gegeben, bleibt nur der übliche Weg der Ehescheidung.

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