Brennnesseldung: Richtig düngen mit Brennnesseljauche

Damit die Gemüsepflanzen im Kleingarten gut gedeihen, brauchen sie neben Sonnenlicht und Wasser auch noch Mineralien und wichtige Nährstoffe. Zusätzliche Nährstoffe führt man den Pflanzen durch Düngung bei und als Kleingärtner hat man die Wahl und kann sich für chemische Düngemittel oder den ökologischen Anbau und das Düngen mit Naturdünger entscheiden. Doch nicht jedem Kleingärtner steht guter Wurmkompost, Rinderdung oder Stallmist zur Verfügung.

In diesem Fall ist man trotzdem nicht gezwungen zu chemischen Düngemitteln zu greifen, denn wozu gibt’s denn Brennnesseln? Aus Brennnesseln lässt sich nämlich ganz leicht Brennnesseljauche bzw. Brennnesseldung machen und dieser Dünger ist ein ausgezeichneter Lieferant für Stickstoff und Kieselsäure und ein äußerst vielseitig verwendbarer biologischer Dünger, über den sich nahezu jegliche Obst- Gemüse oder Zierpflanze im Garten freut!

Düngen mit Brennnesseln – So mischt man Brennnesseljauche an

Brennnesseljauche herstellen ist ganz einfach. Alles, was man dazu braucht, sind jede Menge Brennnesseln, ein möglichst großes Gefäß mit Lufteinlass und natürlich Wasser. Die gepflückten Brennnesseln werden groß zerkleinert und in ein Gefäß, beispielsweise in einen großen Eimer gegeben und randvoll mit Wasser aufgefüllt. Den Eimer mit der Brennnesseljauche platziert man am besten an einen sonnigen Ort, da Wärme den Gärungsprozess deutlich beschleunigt und die Brennnesseljauche nach 2-3 Wochen als Dünger verwendbar macht.

Brennnesseljauche stinkt wirklich bestialisch, dennoch sollte man den Eimer keinesfalls luftdicht verschließen, da die permanente Sauerstoffzufuhr unabdingbar für den Gärprozess ist, ebenso sollte man die Brennnesseljauche einmal täglich umrühren. Wenn sich keine Luftbläschen mehr bilden, kann der Brennnesseldünger mit Wasser verdünnt verwendet werden.

Für starkzehrende Gemüsepflanzen wie Tomaten, Kohl, Kürbisgewächse, Gurken, Zucchini, Lauch, Sellerie und Kartoffeln verwendet man die Brennnesseljauche mit Wasser verdünnt im Mischverhältnis 1:10 etwa einmal die Woche. Für Jungpflanzen eignet sich der scharfe Brennnesseldung jedoch nicht!

Brennnesselbrühe: Hausmittel gegen Blattläuse

Aus der Brennnessel lässt sich nicht nur ein ausgezeichneter Brennnesseldung für den Garten machen, Brennnesseln sind auch ein altes und hocheffizientes Hausmittel gegen Blattläuse. Um Blattläuse zu vertreiben wird allerdings nicht die Brennnesseljauche verwendet, sondern die sogenannte Brennnesselbrühe. Brennnesselbrühe macht man ganz einfach, indem man Brennnesseln grob zerkleinert und gut zerstampft in ein Gefäß gibt und mit Wasser aufgießt.

Zwischen Brennnesselbrühe und Brennnesseljauche ist es allerdings nur ein sehr schmaler Grat – der Gärprozess darf keineswegs eingesetzt haben und die Brühe sollte auch nicht unangenehm zu riechen beginnen. Brennnesseln sind durch ihr Nesselgift äußerst resistent gegen Blattläuse und andere Schädlinge, die positiven Eigenschaften des schnell abbaubaren Nesselgifts kann man sich also gut zu Nutzen machen und auch auf andere Pflanzen übertragen und so auf eine natürliche Art und Weise sehr effektiv gegen Schädlinge vorgehen. Nach 24 Stunden gießt man den Brennnesselsud durch ein feines Sieb ab und sprüht mit dem Gemisch die von Blattläusen befallenen Pflanzen mit einem Handdrucksprüher ein.

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