Ist Stevia besser als Zucker?

Es ist eine Staude des Staunens und für Viele der Zucker der Zukunft. Ihr Geschmack: Weder scharf noch sauer sondern süß. Ihr Vorteil: Keine Kalorien und keine Chemie: Stevia, ein Süßkraut aus Südamerika. Doch ist Stevia besser als Zucker und kann diesen wirklich 1 zu 1 ersetzen?

Die Stevia Revolution

Schon seit Jahrhunderten süßen die Ureinwohner Paraguays mit Stevia ihren Matetee und auch in Europa gewinnt das Süßkraut immer mehr an Popularität. Die EU hat den Stevia-Süßstoff erst Ende 2011 für unseren Markt freigegeben. Die Vermarktung der Steviapflanze oder der -blätter ist nicht zugelassen, da (noch) nicht alle Inhaltsstoffe bekannt sind.

Gegen Karies und Kalorien ist bisher kaum ein Kraut gewachsen, doch mit Stevia kann sich das grundlegend ändern. Die Pflanze hat natürlich ein riesiges Potenzial. Händler und Anbauer setzen darauf, dass Stevia eine wahre Revolution in der Lebensmittelindustrie auslösen wird. Ein natürlicher Süßstoff, der nicht dick macht – so gesehen ist Stevia besser als Zucker, doch gibt es auch Nachteile und vor allem – schmeckt Stevia genauso gut wie Zucker? Den Ureinwohnern Paraguays zufolge schon, denn diese süßen ihren geliebten Matetee schon sein Jahrhunderten mit natürlichen Stevia-Blättern.

Eine Pflanze mit Potenzial

Stevia ist natürlich auch eine Kampfansage an die Zuckerindustrie. Softdrinks, Joghurts, Fruchtaufstriche, Eis, Süßigkeiten und Ketchup … was wäre, wenn man den Dickmacher Zucker komplett durch Stevia ersetzen würde? Für einen unschädlichen Verzehr schreibt die EU-Kommission allerdings Höchstmengen bei der Dosierung vor. So dürfen Stevia-Süßstoffe nicht mehr als 30 Prozent des Zuckers ersetzen, außerdem ist Stevia für viele Produktbereiche, beispielsweise für Kekse oder Gebäck, von der EU-Kommission nicht zugelassen.

Der natürliche Süßstoff Steviol­glycosid wird aus den Blättern einer Pflanze namens Stevia rebaudiana (auch „Süßkraut“ genannt) isoliert und gewonnen. Getrocknet und pulverisiert werden diese gekocht, gefiltert und zu weißem Pulver kristallisiert. Das weiße Pulver hat es in sich, denn 1 Gramm reines Stevia entspricht der Süßkraft von 300 Gramm Zucker! Während die Zunge diese sogenannten Steviolglykoside wahrnimmt, passieren sie den Rest des Körpers weitgehend unangetastet.

Ist Stevia besser als Zucker?

Allerdings sind die am 2. Dezember 2011 in der Eu zugelassenen Steviolglycoside alles andere als ein natürliches Süßungsmittel. Da sie nämlich in aufwendigen pharmazeutisch-chemischen Prozessen aus den Stevia-Blättern gewonnen werden, handelt es sich hierbei um ein industriell gewonnenes Süßungsmittel und keinesfalls um ein Naturprodukt, wie einem gerne suggeriert wird. Natürlich ist hier allenfalls die Quelle.

Da einer der beiden süßenden Steviolglykoside, das Steviosid, eine bittere, lakritzartige Note besitzt, enthalten viele Produkte trotz Steviasüße weiterhin auch noch konventionelle Süßstoffe oder Zucker. Zu viel Stevia würde schlicht den Geschmack von Softdrinks, Erdeeberkonfitüre oder Vollmilchschokolade verfälschen, zumal die Hersteller den Süßstoff nur in begrenzten Mengen einsetzen dürfen. Im Geschmackstest merkt man jedoch den fehlenden Zuckeranteil. Stevia-Produkte enthalten zwar weniger Kalorien, dafür aber auch weniger Süße. Die Süße erinnert zudem oft an Lakritze und manchmal trübt ein leicht bitterer Nachgeschmack das Geschmackserlebnis.

Fazit zu Stevia

Was der Bauer nicht kennt … wer seinen Tee oder Kaffee über die Jahre immer mit Zucker süßt, wird schnell feststellen dass sich der Zucker nicht 1 zu 1 durch Stevia ersetzen lässt. Allerdings muss man sich vielleicht auch erst an den Geschmack von Stevia gewöhnen. Wie beim herkömmlichen Süßstoff auch ist die Süße definitiv vorhanden, nur schmeckt sie eben nicht „zuckersüß“, sondern einfach anders. Ist also Stevia besser als Zucker? Für die Figur ja, geschmacklich definitiv nicht!