Frettchen als Haustier Pro & Contra

Ein Frettchen als Haustier wünschen sich viele Menschen und das ist auch kein Wunder! Die marderartigen Tiere sehen eben nicht nur sehr knuffig aus, sie sind auch noch sehr verspielt, sehr gelehrig und sie werden auch sehr zahm und suchen den Kontakt zu ihrem Besitzer. So schön es auch ist ein Frettchen als Haustier zu haben, so ganz pflegeleicht ist die domestizierte Haustierform der Iltise jedoch nich.

Frettchen als Haustier halten

Katzen und Hunde sind die beliebtesten Haustiere. Wünscht man sich jedoch ein zahmes und verspieltes Haustier mit etwas mehr Extravaganz, dann passen Frettchen ganz hervorragend in dieses Schema. Die pelzigen Kobolde eignen sich auch sehr gut für Berufstätige als Haustier, da sie sich dem Tagesrhythmus der Besitzer leicht anpassen können. Frettchen schlafen übrigens etwa 14 bis 18 Stunden pro Tag.

Stellt man Überlegungen an und möchte ein Frettchen als Haustier kaufen, dann sollte man sich zuvor eingehend über die Tierchen informieren. Frettchen haben wie jedes andere Tier natürlich auch so ihre Eigenarten und sie sind nicht unbedingt einfach in der Haltung. Frettchen haben zwar nur eine geringe Körpergröße, doch dafür sind ihre Anspruche an den Lebensraum und die Lebensbedingungen umso größer!

Kann man Frettchen auch einzeln halten?

Will man sich nur ein Frettchen als Haustier halten und möchte kein Zweites dazu, dann sollte man das Vorhaben lieber gleich aufgeben. Die Pelznasen sind keine Einzelgänger und sie brauchen auch selbst dann einen Artgenossen als Spielgefährten, wenn sie ausreichend Beschäftigung und viel Zuwendung von ihrem Besitzer  bekommen. Frettchen vereinsamen nämlich in der Einzelhaltung und können dadurch unter Verhaltensstörungen leiden. Selbst wenn sie in der Gruppe leben, werden sie dennoch zahm und suchen weiterhin den Kontakt zum Menschen. Seriöse Züchter geben ihre Frettchen sowieso nur paarweise ab.

Artgerechte Haltung von Frettchen als Haustier

Die gute Nachricht ist, dass man Frettchen problemlos in der Wohnung halten kann. Allerdings sind sie in Bezug auf ihren Lebensraum sehr anspruchsvoll. Einen geeigneten Käfig oder ein isoliertes Außengehege wird man im herkömmlichen Handel kaum finden, also ist handwerkliches Geschick gefragt.

Frettchen brauchen nämlich einen großen (mind. 1 qm pro Tier bei 2-3 Stunden Auslauf am Tag) und hohen Käfig mit mehreren Ebenen, die über Tunnel, Leitern und Röhren miteinander verbunden sind. Wer handwerklich geschickt ist und nicht unbedingt viel Geld ausgeben will, kann beispielsweise einen alten Schrank oder ähnliches zu einem schönen Frettchen-Gehege umbauen.

Eine andere Alternative wäre es, den Frettchen gleich ein eigenes Zimmer herzurichten, in dem sie nach Herzenslust herumtollen können oder aber man lässt sie gleich wie eine Katze frei in der Wohnung herumlaufen. Frettchen lieben wildes Herumtoben genauso wie ihre Ruhephasen. Ihr Domizil sollte ihnen also ausreichend Kletter- und Spielmöglichkeiten bieten und gleichzeitig aber auch Verstecke, wo sie sich zurückziehen und in Ruhe schlafen können.

Da Frettchen von Natur aus sehr neugierige, aktive und sehr verspielte Tiere sind, empfiehlt es sich, ihr Gehege in einen Auslauf- und Fressbereich, einen Schlafbereich und eine Ecke für die Toilette aufzuteilen. Frettchen lieben Spielzeug jeglicher Art. Selbst mit einfachen Kartons, Papiertüten oder Pappröhren können sie sich stundenlang beschäftigen.

Das Frettchen erziehen

Frettchen sind dafür bekannt, ihren eigenen Willen zu haben und sich nicht unterzuordnen, dennoch sind sie schnell lernfähig, klug und gelehrig. Man kann einem Frettchen gut erziehen und ihm auch einige Kommandos beibringen, sofern man die nötige Geduld dafür aufbringt und viel mit dem Frettchen übt. Die Erziehung funktioniert im Prinzip ähnlich wie bei einem Hundewelpen. Man muss sich viel mit dem Frettchen beschäftigen, es sehr viel loben und dabei auch sehr auf seine Stimmlage achten.

Wer plant, sich ein Frettchen als Haustier anzuschaffen, sollte bedenken, dass Frettchen nie wirklich stubenrein werden, da sie nicht lange einhalten können. Um Frettchen stubenrein zu bekommen, stellt man am besten in jedem Zimmer mehrere Klokisten an ihren Lieblingsstellen auf. Besonders am Anfang kann auch einiges zu Bruch gehen oder von Frettchen beschädigt werden, da Frettchen nicht gerade sonderlich zimperlich mit der Wohnungseinrichtung umgehen.

Frettchen kaufen: Mit diesen Kosten kann man rechnen

Frettchen kann man entweder als Welpen beim Frettchenzüchter kaufen oder man wendet sich an die Frettchenhilfe und lässt sich ein Tier vermitteln. Je nach Fellfarbe verlangt ein Frettchen-Züchter in der Regel Preise von 50 bis 300 für ein junges Frettchen. Man kann auch bei der örtlichen Frettchenhilfe nachfragen, denn da werden die Tiere unabhängig von der Fellfarbe mit einer Vermittlungsgebühr vermittelt.

Neben den Anschaffungskosten für die Frettchen und den Käfig oder das Gehege samt Ausstattung kommen pro Tier noch monatliche Kosten für gutes Futter und Katzenstreu (30 bis 40 Euro), Tierarztkosten für die jährliche Impfung und Entwurmungsmittel (50 – 70 Euro) hinzu. Je nach Krankheitsbild können natürlich auch noch weitere Tierarztkosten in nicht kalkulierbarer Höhe hinzukommen. Frettchen sind Fleischfresser und werden etwa sechs bis acht Jahre alt, in seltenen Fällen aber auch älter.

Stinken Frettchen wirklich?

Frettchen riechen in der Ranz besonders unangenehm, ja sie stinken dann sogar regelrecht. Da man Frettchen aber immer kastrieren lassen sollte, egal ob Rüde oder Fähe, hat sich das Thema Ranzgeruch jedoch sowieso erledigt. Frettchen besitzen außerdem eine Stinkdrüse, die jedoch nur zum Einsatz kommt, wenn sich das Tier aus irgendeinem Grund bedroht oder unwohl fühlt. Verteilt das Frettchen seinen unangenehmen Geruch, hilft nur lüften und die besudelte Stelle gut putzen und am besten auch den Frettchenpo kurz feucht abwischen.

Frettchen als Haustier. Will ich das wirklich?

Ob man sich nun einen Hund, eine Katze oder ein Frettchen als Haustier kaufen möchte ist im Prinzip ganz gleich. Hierbei gibt es kein richtig oder falsch, denn ein knuffiges und handzahmes verspieltes Frettchen als Haustier ist unbestritten etwas sehr schönes, allerdings übernimmt man auch die Verantwortung für ein Lebewesen! Darum ist es wichtig, dass man sich im Vorfeld Gedanken macht und die Ansprüche des Tieres auch wirklich erfüllen kann? Falls ja, dann wird man mit seinen Frettchen auf jeden Fall sehr viel Freude haben!