Affe als Haustier halten: Das sind die Vorschriften

Das Primatengehege gehört zu den beliebtesten Anlaufstellen der Besucher im Zoo. Affen sind unglaublich süß und interessant und man könnte sie stundenlang beobachten. Das liegt vermutlich daran, dass wir Menschen die Affen als Artverwandte betrachten und weil sie uns von allen Lebewesen dieser Erde am ähnlichsten sind. Manch einem reicht es jedoch nicht aus, die Affen nur im Zoo zu beobachten, sie hätten selber gerne einen Affen als Haustier und planen deswegen einen Affen zu kaufen.

Affe als Haustier halten. Ist das überhaupt erlaubt?

Ein Affe als Haustier ist natürlich sehr ungewöhnlich und sehr selten. Natürlich will sich niemand einen großen Gorilla oder einen Oran-Utan halten, man denkt da viel eher an einen Kapuzineraffen oder einen anderen, kleinen Mini-Affen in der Art. Ein Mini Affe als Haustier ist was anderes als Katze oder Hund und der Wunsch vieler Menschen. Tatsache ist jedoch, dass dieses oftmals nur ein Wunsch bleibt und man nicht weiter darüber nachdenkt, weil sich die meisten Menschen nicht vorstellen können, dass ein Affe als Haustier in Deutschland überhaupt gehalten werden darf und erlaubt ist und man automatisch davon ausgeht, dass man hierzulande keine Affen als Haustier halten darf. Doch ist das wirklich so?

Affe als Haustier halten in Deutschland. Wie sind die Vorschriften?

Die gute Nachricht für alle Affenfreunde lautet, dass man durchaus Affen, wie zum Beispiel Kapuzineräffchen, in Deutschland halten darf. Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass man dazu jede Menge Auflagen erfüllen und sich an sehr viele Vorschriften halten muss, die nicht leicht zu erfüllen sind! Allerdings sind diese auch notwendig, denn auch wenn ein kleiner Affe nicht viel größer als eine Katze ist, braucht er dennoch ein großes Außengehege mit ausreichend Auslauf und Klettermöglichkeiten, um artgerecht gehalten zu werden. Dazu muss man bedenken, dass Affen sehr soziale Tiere sind und in Rudeln leben und genau wie wir Menschen ihre sozialen Kontakte zu Artgenossen brauchen, um glücklich zu sein.

Die Primatenhaltung ist unter bestimmten Umständen in Deutschland erlaubt und zugelassen, geschützte um gefährdete Arten sind davon natürlich ausgenommen. In Deutschland wird die Affenhaltung vom Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und der Bundesartenschutz-Verordnung (BArtSchV) geregelt. Dazu braucht man einen schriftlichen Nachweis von den Züchter oder Importeur, dass der Affe legal in die EU eingeführt oder in der EU geboren wurde. Die Vorschriften oder Zuständigkeiten der Behörden können von Bundesland zu Bundesland abweichend sein. Außerdem muss man bedenken, dass ein Affe als Haustier in der Wohnung nicht gehalten werden darf und er ein geeignetes Außengehege braucht, für dieses Tiergehege braucht man ebenfalls eine behördliche Genehmigung. Das alles sind hohe Hürden, die es zu bewerkstelligen gilt und dazu braucht man auch noch einen Sachkundenachweis, der belegt, dass man ausreichend Erfahrung im Umgang mit Affen hat.

Affe als Haustier halten will gut überlegt sein

Will man ein Primaten als Haustier halten, ist der Weg dorthin mit sehr vielen Hürden, komplizierten Auflagen, behördlichen Vorschriften und natürlich auch mit großen Kosten verbunden. Dazu sollte man bedenken, dass Affen zwar sehr faszinierende aber dennoch wilde Tiere sind, die aber normalerweise in der freien Natur leben und deswegen als Haustiere nicht geeignet sind. Dazu leben sie gerne in Gruppen mit Artgenossen, sie brauchen ein temperiertes Gehege mit ausreichend Auslauf-und Beschäftigungsmöglichkeiten und manche Affen brauchen auch spezielle Nahrung, die es zu besorgen gilt.

Auch wenn Babyaffen noch so klein und noch so süß sind, werden sie irgendwann auch erwachsen. Besonders in Gefangenschaft können Affen sehr schnell aggressiv gegenüber ihrem Halter werden und das ist auch nicht ungewöhnlich, weil Affen eben nun mal Wildtiere sind. Außerdem sollte man wissen, dass Affen sehr alt werden können und teilweise 40 Jahre oder noch länger leben. Ein Affe als Haustier bedeutet also, eine sehr lange Zeit die Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen und sich darum zu kümmern, das Gehege regelmäßig sauber zu machen, die Tierarztkosten zu begleichen und vieles mehr. Wächst ein Babyaffe in Gefangenschaft (über nichts anderes reden wir hier!) zudem ohne das normale Verhältnis zu seiner Mutter auf, kann das ein Leben lang neurotische Verhaltensweisen nach sich ziehen, genau wie bei uns Menschen. Also sollte man sich das nochmal gut durch den Kopf gehen lassen und sich fragen, ob ein Affe als Haustier wirklich eine so gute Idee ist?